Wut im Bauch macht.....

(Krank, unruhig, aggressiv usw.)

Das kennen wir alle, plötzlich kommen wir uns ungerecht behandelt vor und werden sauer, weil wir unser vermeintliches Recht nicht bekommen. Oft werden wir auch falsch verstanden und es kommt zu einem Wortwechsel. Wie auch immer das zu Stande kommt, es ist nicht einfach damit umzugehen und erst recht nicht für Kinder.

 

Damit ein Kind nicht sofort in eine Schublade gepackt wird die heißen könnte - Verhaltensgestört - sollte man der Ursache dafür erst mal auf den Grund gehen. Denn meist sind diese Verhaltensweisen ein Merkmal für ein Unwohlsein oder ein Problem mit dem das Kind, der Jugendliche, der frühe Erwachsene nicht fertig wird. Ein Alarmsignal also und ein Ventil um alles rauszulassen.

 

Ventile dieser Art sind unterschiedlicher Art, so unterschiedlich wie wir Menschen. Am häufigsten kommt es vor, das z. B. ein Kind dem anderen ständig etwas wegnimmt, es unverhofft zutritt oder schlägt, sich nicht auf etwas konzentrieren kann, nicht zuhört, Erwachsene nicht ernst nimmt usw..

Dafür Verständnis aufzubringen und ruhig zu bleiben ist sicherlich viel verlangt, aber für den jungen Menschen ist es wichtig ernst genommen zu werden, diesen Hilfeschrei zu verstehen und  gemeinsam daran zu arbeiten.

Bevor es dazu kommt, sollte die Person genau beobachtet werden, in verschiedenen Situationen, mal allein, mal in einer Gruppe, mit Lehrerin und Erziehern gesprochen werden, medizinisch alles abgeklärt sein, dann erst kann man versuchen individuell mit dem Menschen zu arbeiten.

Ich habe mir angewöhnt mit den Betroffenen über die Bewegung und die Sinneserfahrung zu einem Ziel zu kommen. Dies erfolgt immer in gegenseitigem Einverständnis und unter Einhalten der miteinander vereinbarten Grenzen. 

Die Materialien dazu sind unterschiedlicher Art und oft in jedem Haushalt zu finden, manches habe ich gekauft oder gebastelt. Übrigens gibt es keine Patentlösungen. 

Suchen Sie sich einen Raum (im Sommer evtl. draußen) wo Sie ungestört mit Kindern, bzw. einem Kind arbeiten können. Legen Sie die Materialien die Sie brauchen irgendwo in den Raum. Setzen sie sich auf den Boden mit dem Kind und besprechen zuerst was Sie tun möchten, gehen Sie auch auf Vorschläge des Kindes ein. Geben Sie dann dem Kind die Möglichkeit sich auszutoben und den Raum zu erkunden, vereinbaren sie vorher konkret wann die Zeit dafür zu Ende ist. (empf. 5-8 Min.)

Anschließend zeigen Sie dem Kind das Material welches Sie vorbereitet haben, wenn es dies noch nicht entdeckt hat. Erarbeiten Sie gemeinsam, was man damit tun könnte und leiten das Kind im Umgang damit an. Bauen sie die Vorschläge des Kindes in die Übung mit ein und lassen Sie es auch mal probieren. Lassen Sie sich überraschen zu was das Kind fähig ist und lenken es vorsichtig auf das Ziel welches Sie erreichen wollen. Es ist zunächst nicht so wichtig das Sie das Ziel erreichen, viel wichtiger ist es das sich das Kind darauf einlässt und sich in seinen Erfahrungen Zeit lassen kann.

Sollte das Kind sich nicht an die Regeln und Grenzen halten wollen, brechen Sie die Übung ab mit einer Gesprächsrunde und machen deutlich wie wichtig Grenzen und Regeln sind. Achten Sie besonders auf die Äußerungen evtl. Wünsche des Kindes und nehmen Sie diese ernst. Sie sollten sich beide immer dabei wohl fühlen. Bauen Sie die Anregungen des Kindes in eine nächste Stunde ein und verabreden dieses mit dem Kind.

Eine solche Stunde sollte immer mit einer sog. Einführung beginnen, mit dem geplanten Teil weitergehen und mit der Ruhephase und dem Abschlussgespräch beendet werden.

Büchertipp: "Wenn Kinder durchdrehen.." Beins/Lensing/Conrady/Pütz/Schönrade  Borgmann Verlag
                    " ...das ist für mich ein Kinderspiel" Beudels/Lensing-Conrady/Beins     Borgmann Verlag

 

 

 

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